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Kriya Yoga - eine Kurzeinführung
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THEMA: Kriya Yoga - eine Kurzeinführung
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#179
Aw: Kriya Yoga - eine Kurzeinführung 13.05.2009 15:56  
Hallo Woherwig

Damit hast du das was ich befürchte, wenn von schnellerem Erfolg gesprochen wird genau getroffen.
Ich kenne da noch ein paar Fälle, die auf unqualifizierte Lehrer hörten, die ihnen glaubhaft versichert haben mit Kundalini Yoga wäre die Erleuchtung schon in sechs Jahren möglich, wohingegen es beim Hatha Yoga 18 Jahre dauere.
Zwei von diesen Menschen sind leider dadurch in der Psychatrie gelandet und haben dauerhaft die Boden Haftung verloren.
Bei unserem gemeinsamen Freund befürchte ich ähnliches.

Sonnige Grüße
Lars
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#180
Aw: Kriya Yoga - eine Kurzeinführung 13.05.2009 17:56  
Lars schrieb:
Hallo Woherwig

.....die ihnen glaubhaft versichert haben mit Kundalini Yoga wäre die Erleuchtung schon in sechs Jahren möglich, wohingegen es beim Hatha Yoga 18 Jahre dauere.
..............
Bei unserem gemeinsamen Freund befürchte ich ähnliches.

Sonnige Grüße
Lars


Hallo Lars,
echt? Bei Hatha Yoga 18 Jahre? Da wär ich heute ja fast schon Doppelt Erleuchteter! Zu dumm, daß mir das damals niemand sagte.

Und was den Freund angeht: Ist noch nicht alles verloren. Immerhin reizen ihn unsere Aussagen, deshalb macht er auch mit. Und ich denke, mit der Zeit wird das ein ganz patenter Kerl......Hoffentlich.

Grüße
Woherwig
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#184
Aw: Kriya Yoga - eine Kurzeinführung 26.05.2009 15:16  
Hallo

Ein Freund hat mir erzählt Kriya Yoga wären nur die Reinigungs Übungen und es wäre ein reines Reinigungs Yoga.
Das klingt aber ganz anders als das was Woherwig hier schon beschrieben hat.
Kann mir einer von euch vieleicht erklären, was jetzt stimmt?

LG
Marie
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#185
Aw: Kriya Yoga - eine Kurzeinführung 26.05.2009 15:44  
Hallo Marie,
ist jetzt natürlich schlecht, wenn ich versuche, eine Erklärung abzugeben, da ich ja befangen bin.

Aber frage doch den Freund einmal, welcher Yoga seiner Meinung nach kein Reinigungsyoga ist. Mit dieser Pauschalaussage macht er nämlich klar, daß ihm (dem Freund) die ursprünglich mit den Yoga Stilen bezweckten "Auswirkungen" nicht geläufig sind.
Alle Yogatechniken sollen irgendwo was reinigen: Hatha-Yoga soll die Nadies öffnen, somit die Chakren gleichmäßig stimulieren; Bhakti-Yoga soll das falsche ICH reinigen, indem durch Hingabe dieses ICH verschwindet und der wahre Kern durchkommen kann; usw..

Ich kann hier nur nochmal auf die bereits angegebene Literatur verweisen,eventuell auch auf die "Autobiographie eines Yogi" von Paramahansa Yogananda, auf diverse Suchmaschinen unter Eingabe des Begriffs "Kriya-Yoga" hinweisen und - unter anderem auf mich.
ICH SELBST weiss, daß Kriya-Yoga mehr ist als ein wenig "reinigen" - was der Freund dann glaubt, ist nicht ausschlaggebend - für mich. Aber lade ihn doch ein, sich hier im Forum mit dieser Meinung einzubringen. Wäre vielleicht sehr interessant für uns alle. So eine Art Grundsatzdiskussion.......

Aber vielleicht schaltet sich auch Lars ein - er liest gerade über Kriya-Yoga, so weit ich weiß.

Liebe Grüße
Woherwig
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#186
Aw: Kriya Yoga - eine Kurzeinführung 26.05.2009 16:27  
Hallo zusammen

Ja es kursieren die vielfältigsten Aussagen was Kriya Yoga denn nun sei.
Jede Schule lehrt es anders und verbreitet seine eigne Variante davon.
Satyananda lehrt Kriya Yoga vorwiegend mit Bezug auf die Sat Karmas (sechs Tätigkeiten = Reinigungs Übungen)aus der Hatha Yoga Pradipika.
In der Prana healing Bewegung wird ebenfalls eine Variante von Kriya Yoga gelehrt von der ich aber nicht allzuviel weiß außer das dort auch viel mit körperlicher Reinigung gemacht wird.
Dann gibt es noch den Kriya Yoga der von Babaji Nagaraj gelehrt wird.
Darüber lese ich grade ein Buch, will mir aber noch nicht anmaßen nach den ersten 90 Seiten ein Statement dazu abzugeben. Aber es scheint einen starken Bezug zu den Yoga Sutras (Kriya Yoga = Yoga der Tat)aufzuweisen.
@Woherwig
Das du als Kriyaban im Stile Babajis vielleicht befangen bist, mag sein, aber ich denke du kannst besser beschreiben, was diese Richtung genau ausmacht als ich nach der knappen Lektüre
Marie und alle anderen können ja frei entscheiden ob sie es annehmen möchten oder nicht.
Ja alle Yoga Varianten haben einen reinigenden Aspekt. Siehe auch sauca - Reinheit in den Yamas und Niyamas bei Patanjali. Damit ist mehr gemeint als nur Hände waschen und duschen.

Sonnige Grüße
Lars
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#187
Aw: Kriya Yoga - eine Kurzeinführung 26.05.2009 17:37  
Hallo zusammen,

Zitat Lars: Das du als Kriyaban im Stile Babajis vielleicht befangen bist, mag sein, aber ich denke du kannst besser beschreiben, was diese Richtung genau ausmacht als ich nach der knappen Lektüre
Marie und alle anderen können ja frei entscheiden ob sie es annehmen möchten oder nicht.


Dann will ich diesen Hinweis mal aufgreifen. Dabei möchte
ich insbesondere eines betonen:
"alle...können ja frei entscheiden ob sie es annehmen möchten oder nicht."

Hier sind wir schon mitten im Kriya-Yoga des Babaji: Prüfe alles! Das soll auch bedeuten, daß der Kriyaban alle Aussagen seines Lehrers (Meisters, Gurus, etc) überprofen soll. Nichts ungeprüft akzeptieren und als gegeben hinnehmen.
Warum? Weil durch diese Prüfung erreicht wird, daß der Geist sich klärt und auf eine (Meinungs-)Ebene mit dem Lehrer kommt. Doch beginnen wir "unten", beim physischen Körper: Durch ausgesuchte Hatha-Yoga-Übungen sollen nicht nur die Nadies gereinigt werden, sondern die drei "Kanäle" in/an der Wirbelsäule geschmeidig gemacht werden. Die Übungen werden abgestimmt auf die Form (den Körper) des Interessenten. Vom Prinzip her sind sie (die Ü) aber erstmal alle gleich. Als zweite Übungseinheit wird Pranayama in "aufsteigender" Folge gelehrt. D.h., daß der "Anfänger bzw. Ungeübte" mit einfachen Ü. anfängt und diese dann durch Variationen der Technik(en) geändert und zugleich gesteigert werden. Diese "Kriya-Technik" wird bereits von Krishna in der Bhagavad-Gita geschildert: "Indem der Yogi die Einatmung der Ausatmung und die Ausatmung der Einatmung darbringt, hebt er sie beide auf; damit befreit er das Prana vom Herzen und gewinnt Herrschaft über seine die Lebenskraft." (Gita IV/29).
Zu den o.e. Hatha-Ü und dem Pranayama kommt die Meditation (als sehr wichtiger Schritt!). Auch hierzu nochmal Krishna: "Wer der Meditation kundig ist..().., wer das höchste Ziel verfolgt und sich von allen äußeren Erscheinungen abkehrt, indem er den Blick auf die Stelle zwischen den Augenbrauen richtet und die gleichmäßige Ströme des Prana und Apana [ausscheidender Strom, Anm. Woh.] die innerhalb der Nase und der Lunge fließen neutralisiert, wer sein Sinnesbewußtsein und seine Geisteskräfte beherrscht und Begierde, Furcht und Zorn überwindet, erlangt ewige Freiheit" (Gita V/27-28).

Nachdem diese drei Ausgangstechniken vom Kriyaban eine Zeitlang geübt wurden, kommen automatisch weitere Fächer hinzu. Mantras (insbesondere auf Shiva, den "Gott" der Yogies und obersten Einweiher des Kriyas) werden angewendet, Yantras studiert und vieles mehr. So ergibt sich z.B. automatisch eine Ernährungsumstellung, ein "Studium" (Kenntniserweiterung) der vedischen Astrologie, ein Interesse an vedischer
Medizin (Ayurveda und Siddha Vaidya) usw.

Und all diese Disziplinen sollen eines (obwohl es sich wie zwei anhört) bewirken: Die Transformation der Form (bestehend aus Körper, falschem ICH und Unterbewußtsein) zum SELBST.

Wir unterscheiden also zwischen Kriya-Yoga (egal welcher Weg)und "Kriyas" in anderen Yoga-Disziplinen. Es wäre so, als wolle man einen Eselkarren mit einem modernen Automobil vergleichen!
Jeder Vergleich muß scheitern.

Und was die Kriya-Yoga-Wege anbelangt: Lars sprach schon an, daß es viele gibt.Doch in Wirklichkeit auch nicht! Man muß wissen, daß aller Kriya Yoga von Shiva ausging. Durch die Zeitalter hindurch jedoch wurde diese Technik in den Untergrund "verschoben" (wie so vieles), weil die Menschen des heraufziehenden Kali-Yuga (dunklen Zeitalters) nicht mehr für diesen Weg bereit waren. Trotz allem gab es in den Zeiten dazwischen immer wieder Einzelne, die Kriya-Yoga öffentlich machten. Doch erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts, kann wieder diese Technik an größere Menschenmengen gegeben werden.
Nun muß man wissen, daß der reine Kriya Yoga Techniken beinhaltet, welche auf den westl. Menschen zwischen 1900 und 1990 abstoßend wirkten und heute immer noch befremdlich anmuten. Darum gibt es den reinen Weg und den westl. Weg (nicht zu verwechseln mit dem "linken" und "rechten" Pfad). Dieser westl. Weg wurde insbesodnere durch Paramahansa Yogananda eingeführt. Doch beide Richtungen führen zum Ziel - genauso schnell!

Ein Widerspruch? Nur scheinbar. Denn egal welcher Schüler bei welcher Kriya-Yoga Einrichtung anfängt - sobald er ernsthafte Fortschritte macht, wird er durch die "Meister" automatisch weitergereicht auf dem Pfad. Und immer stehen "Hilfs-Lehrer" parat, welche bereit sind, dem ernsthaft Strebenden, der vom Weg abzukommen droht, zu helfen.
Kriya Yoga ist eine Wissenschaft, darum kann jeder Kriyaban sich mit dem anderen austauschen - was auch jedem geraten wird (außer einer Instiution, welche nur Schriften verschickt). Dieser austausch ist emminent wichtig!

Abschließend möchte ich noch betonen: Obwohl ich hier von Shiva, Krishna und Babaji schrieb, so muß man weder seine Religion wechseln (denn auch die Lehre des Christus ist voll von Aussagen der Gita) noch eine zusätzliche Religion annehmen. Man braucht überhaupt keine, um mit Kriya-Yoga beginnen zu können!
Man muß nur über eines Verfügen: Den unbändigen Willen,sich auf das größte Abenteuer eines Menschen einzulassen: SICH SELBST kennenzulernen!

Entschuldigung, daß ich so lange schrieb, doch so vieles ist nicht gesagt, zu kurz beschrieben...zu ungenau....
Doch wer des Schreibens kundig, mag ruhig fragen.
Ich freue mich.
Liebe Grüße
Woherwig
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