Hallo zusammen,
Zitat Lars: Das du als Kriyaban im Stile Babajis vielleicht befangen bist, mag sein, aber ich denke du kannst besser beschreiben, was diese Richtung genau ausmacht als ich nach der knappen Lektüre
Marie und alle anderen können ja frei entscheiden ob sie es annehmen möchten oder nicht.
Dann will ich diesen Hinweis mal aufgreifen. Dabei möchte
ich insbesondere eines betonen:
"alle...können ja frei entscheiden ob sie es annehmen möchten oder nicht."
Hier sind wir schon mitten im Kriya-Yoga des Babaji: Prüfe alles! Das soll auch bedeuten, daß der Kriyaban alle Aussagen seines Lehrers (Meisters, Gurus, etc) überprofen soll. Nichts ungeprüft akzeptieren und als gegeben hinnehmen.
Warum? Weil durch diese Prüfung erreicht wird, daß der Geist sich klärt und auf eine (Meinungs-)Ebene mit dem Lehrer kommt. Doch beginnen wir "unten", beim physischen Körper: Durch ausgesuchte Hatha-Yoga-Übungen sollen nicht nur die Nadies gereinigt werden, sondern die drei "Kanäle" in/an der Wirbelsäule geschmeidig gemacht werden. Die Übungen werden abgestimmt auf die Form (den Körper) des Interessenten. Vom Prinzip her sind sie (die Ü) aber erstmal alle gleich. Als zweite Übungseinheit wird Pranayama in "aufsteigender" Folge gelehrt. D.h., daß der "Anfänger bzw. Ungeübte" mit einfachen Ü. anfängt und diese dann durch Variationen der Technik(en) geändert und zugleich gesteigert werden. Diese "Kriya-Technik" wird bereits von Krishna in der Bhagavad-Gita geschildert: "Indem der Yogi die Einatmung der Ausatmung und die Ausatmung der Einatmung darbringt, hebt er sie beide auf; damit befreit er das Prana vom Herzen und gewinnt Herrschaft über seine die Lebenskraft." (Gita IV/29).
Zu den o.e. Hatha-Ü und dem Pranayama kommt die Meditation (als sehr wichtiger Schritt!). Auch hierzu nochmal Krishna: "Wer der Meditation kundig ist..().., wer das höchste Ziel verfolgt und sich von allen äußeren Erscheinungen abkehrt, indem er den Blick auf die Stelle zwischen den Augenbrauen richtet und die gleichmäßige Ströme des Prana und Apana [ausscheidender Strom, Anm. Woh.] die innerhalb der Nase und der Lunge fließen neutralisiert, wer sein Sinnesbewußtsein und seine Geisteskräfte beherrscht und Begierde, Furcht und Zorn überwindet, erlangt ewige Freiheit" (Gita V/27-28).
Nachdem diese drei Ausgangstechniken vom Kriyaban eine Zeitlang geübt wurden, kommen automatisch weitere Fächer hinzu. Mantras (insbesondere auf Shiva, den "Gott" der Yogies und obersten Einweiher des Kriyas) werden angewendet, Yantras studiert und vieles mehr. So ergibt sich z.B. automatisch eine Ernährungsumstellung, ein "Studium" (Kenntniserweiterung) der vedischen Astrologie, ein Interesse an vedischer
Medizin (Ayurveda und Siddha Vaidya) usw.
Und all diese Disziplinen sollen eines (obwohl es sich wie zwei anhört) bewirken: Die Transformation der Form (bestehend aus Körper, falschem ICH und Unterbewußtsein) zum SELBST.
Wir unterscheiden also zwischen Kriya-Yoga (egal welcher Weg)und "Kriyas" in anderen Yoga-Disziplinen. Es wäre so, als wolle man einen Eselkarren mit einem modernen Automobil vergleichen!
Jeder Vergleich muß scheitern.
Und was die Kriya-Yoga-Wege anbelangt: Lars sprach schon an, daß es viele gibt.Doch in Wirklichkeit auch nicht! Man muß wissen, daß aller Kriya Yoga von Shiva ausging. Durch die Zeitalter hindurch jedoch wurde diese Technik in den Untergrund "verschoben" (wie so vieles), weil die Menschen des heraufziehenden Kali-Yuga (dunklen Zeitalters) nicht mehr für diesen Weg bereit waren. Trotz allem gab es in den Zeiten dazwischen immer wieder Einzelne, die Kriya-Yoga öffentlich machten. Doch erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts, kann wieder diese Technik an größere Menschenmengen gegeben werden.
Nun muß man wissen, daß der reine Kriya Yoga Techniken beinhaltet, welche auf den westl. Menschen zwischen 1900 und 1990 abstoßend wirkten und heute immer noch befremdlich anmuten. Darum gibt es den reinen Weg und den westl. Weg (nicht zu verwechseln mit dem "linken" und "rechten" Pfad). Dieser westl. Weg wurde insbesodnere durch Paramahansa Yogananda eingeführt. Doch beide Richtungen führen zum Ziel - genauso schnell!
Ein Widerspruch? Nur scheinbar. Denn egal welcher Schüler bei welcher Kriya-Yoga Einrichtung anfängt - sobald er ernsthafte Fortschritte macht, wird er durch die "Meister" automatisch weitergereicht auf dem Pfad. Und immer stehen "Hilfs-Lehrer" parat, welche bereit sind, dem ernsthaft Strebenden, der vom Weg abzukommen droht, zu helfen.
Kriya Yoga ist eine Wissenschaft, darum kann jeder Kriyaban sich mit dem anderen austauschen - was auch jedem geraten wird (außer einer Instiution, welche nur Schriften verschickt). Dieser austausch ist emminent wichtig!
Abschließend möchte ich noch betonen: Obwohl ich hier von Shiva, Krishna und Babaji schrieb, so muß man weder seine Religion wechseln (denn auch die Lehre des Christus ist voll von Aussagen der Gita) noch eine zusätzliche Religion annehmen. Man braucht überhaupt keine, um mit Kriya-Yoga beginnen zu können!
Man muß nur über eines Verfügen: Den unbändigen Willen,sich auf das größte Abenteuer eines Menschen einzulassen: SICH SELBST kennenzulernen!
Entschuldigung, daß ich so lange schrieb, doch so vieles ist nicht gesagt, zu kurz beschrieben...zu ungenau....
Doch wer des Schreibens kundig, mag ruhig fragen.
Ich freue mich.
Liebe Grüße
Woherwig