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TANTRA - Der ALL-umfassende Weg 12.10.2009 13:28
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Hallo zusammen,
nachdem oft kontroverse Ansichten über Tantra bzw. dessen spirituelle Disziplin bestehen, erscheint es mir geboten, hier einmal den Versuch einer Darstellung „des“ tantrischen Weges zu unternehmen, wie er sich in Wahrheit nach den uralten Lehren darstellt.
Dabei werde ich aber immer auch den Bogen in die heutige Zeit schlagen.
Da diese Erklärung hier aufgrund der fast unermesslichen Tiefe der tantrischen Spiritualität
nur eine kleine Zusammenfassung darstellen wird, bitte ich Euch, eure Fragen und Ansichten ruhig mit einzustellen.
So kann man bei Bedarf auch Bereiche beleuchten, auf welche ich nicht näher eingegangen bin.
Ich bitte auch um das geschätzte Verständnis, daß wir tief in körperliche Vorgänge Einsicht nehmen müssen. So mag dem Einen manches etwas zu offen sein, dem Anderen nicht offen genug. Versuchen wir auch hier, den mittleren Weg zu finden – aber bei aller Offenheit zu den Vorgängen.
Wer eine Frage sehr privater Natur hat, kann diese ja auch auf privatem Wege stellen.
Angefügt werden muß noch, daß ich diese Dinge weder gechannelt noch im Traum erhalten habe. Sie wurden mir gelehrt...im Laufe doch schon etlicher Jahre. Bestätigung fand es dadurch, daß ich vieles erfahren durfte, indem ich es erleben durfte...
Wo ich verlässliche Quellen aus westlicher Literatur o.ä. benennen kann, werde ich dies auch tun. So kann sich jeder selbst zumindest ein Teilbild von dem machen, was ich hier so „von mir geben werde“.
Also dann.....seid Ihr bereit?
Bereit zu einer Reise in Euren Körper und – vielleicht - zu Euch selbst?
Schön....los geht’s....
Hinweis:
Die folgenden Erläuterungen sind für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren aus gesetzlicher Sicht nicht geeignet. Aus menschlich – charakterlicher und vor allem spiritueller Sicht jedoch wären sie enorm wichtig!
Begriffsbestimmungen
Was ist Tantra?
Das Wort kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Gewebe; Zusammenhang; Kontinuum; Hauptpunkt; System; Lehrbuch.
[Quelle: Spirituelles Wörterbuch Sanskrit-Deutsch, M. Mittwede, Sathia Sai Vereinigung]
Lasst uns zunächst sagen, daß es außer vielen wissenschaftlich orientierten Schriften auch religiös orientierte Schriften gibt, welche Tantra im Sinne von „Lehrbuch“ genannt werden.
Uns interessieren hier aber nur die Begriffe „Hauptpunkt“ und „System“. Doch insbesondere letzteres bewirkt wiederum, daß auch die Begriffe „Zusammenhang“ und „Kontinuum“ nicht von unserem Tantra zu trennen sind. Wie Ihr auch sehen werden, hat das „Gewebe“ des menschlichen Körpers sowie des Feinkörpers seine Berechtigung.
Und da aus diesem Allem eben jenes „System“ des Tantra wurde, kann man es dann eben doch als „Lehrbuch“ bezeichnen.
Auch wenn viele der Techniken zumindest in westlichen Sprachvarianten bislang nicht festgehalten wurden.
Wenn im folgenden also von „Tantra“ die Rede sein wird, so wird damit nur das hier beschriebene System gemeint. Dies hat fast gar nichts mit jenem Tantra zu tun, welches an vielen Orten angeboten wird und reine Massage- oder Sexfunktion erfüllt.
Doch noch zwei Begriffe sollten hier für Alle zum gemeinsamen Verständnis erklärt werden:
Lingam: damit ist im Folgenden der Penis gemeint.
Yoni: hier sprechen wir von der kompletten Scheide der Frau. Soweit diese unterteilt werden muß, wird dies im Einzelnen deutlich gemacht.
Ursprünge:
Tantra ist ein uraltes System, daß bereits von den großen Yogi – Siddhas Thirumoolar, Agastyar und Boganathar in ihren jeweiligen Schriften ausführliche Erwähnung fand.
Noch heute sind die in Stein gehauenen Bildnisse tantrischer Techniken an den indischen Tempeln sichtbar, noch heute wird in den Tempeln zu Ehren Shivas der Lingam verehrt (zu den Gründen kommen wir später).
Trotz allem hat Tantra nichts mit dem Hinduismus (wobei es „den“ Hinduismus nicht gibt!) zu tun, sondern entspringt in vorvedischer Zeit – lange, bevor sich der Hinduismus in seiner heutigen Form etablieren konnte.
Bereits aus summerischen Keilschrifttafeln sind tantrische Texte heute entziffert, aus Ägypten und im alten Griechenland sind tantrische Techniken überliefert, die indigenen Völker rund um den Globus kennen Tantra als Form der Ereichung des Unendlichen.
Doch zurück zu unserem Yoga.
Viele yogische Systeme verachten Tantra und lehren die strikte Enthaltsamkeit und das Zölibat, sofern man bestrebt sei, die „Gottverbindung“ zu erlangen. Doch alle diese wirklichen Praktikanten strengster Askese sind dünne, ausgemergelte Menschen ohne große Vitalität. Tantra dagegen –richtig praktiziert – ist ein ganzheitlicher Weg „der Mitte“ für beiderlei Geschlecht.
Tantra ist aber nicht nur dem Sanskrit Namen nach ein ganzheitliches System, sondern vor allem in seiner Anwendung, seinen tapas.
Im Westen kursiert immer noch die irrige Meinung, daß der richtige spirituelle Weg der des Asketen sei – zumindest was das Zusammenleben beträfe.
Dies ist so weder falsch noch richtig!
Der Weg des Adepten – und hier können wir auch jeden wahren Yogi hinzunehmen – gliedert sich in verschiedene Erlebensbereiche – oft natürlich getrennt aufgeteilt in mehreren Leben.
Begibt ein Mensch sich auf den spirituellen Pfad, so wird über mehr oder längere Zeit sein „Herz und Geist“ zwischen den verschiedenen Schulen schwanken: Enthaltsamkeit oder nicht?
Doch er wird nirgends eine wirkliche Antwort finden, denn die Pfade sind so vielfältig, wie es Menschen gibt.
Wer seinen Willen stählt oder bereits einen festen Willen hat, der wird vielleicht sexuelle Gefühle unterdrücken und so ein Stück weit auf seinem Pfad kommen. Doch jede zwanghafte Unterdrückung einer Sache erledigt nicht den Wunsch danach!
Deshalb heißt es auch quer durch alle spirituellen Traditionen hindurch, daß man sich seiner „Wünsche entledigen soll“ (Lebe in der Welt, aber nicht von der Welt!).
Aus diesem Grund sollte man immer davon ausgehen, daß man ohne sexuelle Wünsche zu hegen, nicht auf dem tantrischen Pfad wandeln soll. Ebenso wie man nicht enthaltsam leben sollte, solange man noch sexuelle Anhaftungen hat!
Darum:
Wer keinerlei sexuelle Anhaftungen hat – der enthaltsame Weg ist hier sehr gut geeignet.
Wer zeitweise sexuelle Anhaftungen hat, kann jedweden spirituellen Weg (außer natürlich den Enthaltsamen!) gehen. Er (der Mensch) sollte sich allerdings dann nicht von einem „schlechten westlichen Gewissen“ in punkto Sexualität irreführen lassen.
Wer Sexualität als ebenso wichtig (also nicht im Sinne von Abhängigkeit) wie essen, trinken und atmen einstuft, sollte den tantrischen Weg kennen – auch wenn er ihn später eventuell nicht mehr geht! Dieser Weg kann zwar auch allein oder zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren praktiziert werden, im Gegensatz zu anderen Yoga-Arten aber ist die „Vollendung“ des Weges nur durch die Überwindung der Dualität erreichbar – und dies setzt Mann und Frau als gemeinsam Praktizierende voraus (Ihr werdet es weiter unten verstehen).
Doch da noch mehr einführende Erklärungen zum Verständnis nötig sind, machen wir eine kleine Unterbrechung...
... um gleich fortzufahren.....
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Aw: TANTRA - Der ALL-umfassende Weg 12.10.2009 13:39
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Fortsetzung von oben......
Woher kommt die Verborgenheit des Tantrismus?
Tja...eigentlich ist er gar nicht verborgen – er war und ist immer offensichtlich!
Anscheinend kommt die Tatsache, daß viele Yoga Arten in den Untergrund gehen mussten, vom Abstieg der Zeiten.
Die Menschheit erlebte einen mehr und mehr zur Tatsache werdenden Untergang und suchte nach Antworten. Doch wisst Ihr, wie die Masse reagiert?
Heute schreien sie „Hossianah“ – und morgen „Kreuzigt ihn“. Die Masse folgt demjenigen, der ihnen das meiste verspricht. Im letzten goldenen Zeitalter regierte das Matriarchat, es war die Hoch-Zeit von Liebe, Achtsamkeit und – einem offen gelebten Tantrismus.
Doch das goldene Zeitalter ging zur Neige und das Volk suchte nach Schuldigen.
Was also lag näher, als diese bei den vergangenen Praktiken zu suchen?
So wurde von Nicht-Eingeweihten u.a. auch jener Tantrismus als schuldig befunden. Und das bedeutete, daß viele yogische Techniken in den Untergrund tauchten
Doch dort waren sie seit jeher aktiv.
Aktiver, als dies auch den späteren Religionen wie Hinduismus und Christentum lieb war.
Doch die Zeitalter ändern sich.
In den letzten hundert Jahren sind zunehmend wieder alte aber bewährte yogische Techniken aufgetaucht, um der Menschheit den Sprung „nach oben“ zu erleichtern.
Und heute wie damals gab und gibt es Menschen, welche dadurch weit, weit nach oben gelangen.
Aus „was“ setzt sich Tantra zusammen?
Tantra ist wie Kriya Yoga , also ein System von Techniken, um Energie bewußt durch den Körper zu leiten. Es gibt in beiden Praktiken keinen Glaubenssatz, sondern es ist ein Weg der Tat mit schnell spürbaren Ergebnissen.
In Wahrheit ist Kriya Yoga nur die kleinere Schwester des All-umfassenden Tantra.
Beides sind die eine Wissenschaft, um das Bewußtsein durch astrale Pfade des Körpers zu schicken, um einen echten und vor allem dauerhaften veränderten Bewusstseinszustand zu erreichen. Kriya benutzt dazu die innere Alchemie des Körpers, um das Rückgrat aufzuladen und damit seine elektrophysischen Reaktionen zu verändern.
Oder anders ausgedrückt: Mittels der Kriya Techniken (hier wie dort) wird das kosmische Feuer gelenkt.
Was ist das kosmische Feuer?
Es wird auch Shakti, geladenes Fluidum oder Kundalini genannt. Durch dessen bewusste Steuerung wird das dritte Auge aktiviert, welches wiederum die Zirbeldrüse und das Zwischenhirn stimuliert – und somit wird die goldene Brücke zu ES geöffnet: Das kosmische Bewußtsein.
Wie überall im Yoga (und darüber hinaus) wird die Dualität in Form des männlichen und weiblichen Prinzips vertreten. Und wie in den meisten Yoga Wegen gilt es, eben jene Dualität zu überwinden.
Welche Tantra-Wege gibt es? Wo liegt der Unterschied?
In Wahrheit gibt es keine verschiedenen Wege – obwohl es Unterschiede gibt!
Woran liegt dies?
Das kann man grundsätzlich beantworten:
Als die yogischen, im verborgenen gelehrten, Techniken wieder ans Tageslicht drangen, war die „Welt“ in einem starren, sexual-unterdrückenden System gefangen. Das prüde Christentum und der Islam hatten daran wesentlichen Anteil. So hätte kein Kriya-Meister –geschweige denn ein tantrischer Meister – im Westen einen Fuß auf den Boden bringen können . Hatte Paramahansa Yogananda doch an der Ostküste der USA schon Schwierigkeiten, den „normalen“ Kriya Yoga zu lehren. Die Menschen dachten, es sei eine Zuwiderhandlung gegen das Christentum.
In Europa gab es ähnliche Probleme. Selbst eine Madame Blavatski konnte kaum offen über Sexualität sprechen, wollte sie nicht Gefahr laufen, behördlich wegen „Unsittlichkeit“ verfolgt zu werden. Überlegt: Es galt damals schon als Skandal, wen eine Frau ihr Kind außerhalb ihrer „Frauenräume“ stillte!
Diese Prüderie dauert bis heute an – obwohl deutliche Zeichen des Wandels offenkundig sind.
Und ja – es gab auch Länder, welche solch eine Prüderie nicht vertraten.
Man muß daher alle öffentlichen Schriften und Aussagen der „Meister“ unter der Tatsache sehen, daß diese eben nicht alles öffentlich lehrten. Dies beginnt bei Atemtechniken, geht über Mantras und Körperhaltungen über die Sexualität bis hin zur Körperchemie!
Daher gibt es vermeintlich widersprüchliche Aussagen der Meister und vermeintlich andere Techniken. Man muß immer erkennen, für welche Zeit und welches Publikum die Rede oder Schrift gedacht war. Dafür aber hat auch jeder Meister einen inneren Kreis!
Zwar gibt es wörtliche Unterschiede zwischen dem Tantra des Tao, dem yogischen Tantra und dem Tantra des tib. Buddhismus – doch diese Unterschiede sind bei tiefer Betrachtung nur oberflächlich.
Auch gibt es verschiedene Aufspaltungen der Schulen in der Hauptbetrachtung ihrer Gottheit:
Shaivas (Shiva, männl. Kraft, im Mittelpunkt), Vaisnavas (Vishnu) und Saktas (Verehrer der Sakti (weiblichen Kraft).
Die wahre Lehre und Technik sind bei allen gleich. Kriya Tantra Yoga lehrt den mittleren Weg. Dieser ist hier nachfolgend dargestellt.
Wenn man Tantra heute offen betrachtet, so erkennt man den großen Anteil Oshos an der Offenlegung. Leider hat Osho jedoch nur die ihm genehmen Dinge weitergegeben.
Und daher kommt das sexistisch anmutende (na ja – nur anmutend?) Tantra westlicher Anbieter und der vermeintlichen Unterschiede zustande.
Und wie „geht“ Tantra nun?
Hm.... Tantra setzt sich ganzheitlich zusammen. Dazu gehören Symbolik ( Yantras bzw. Mandalas), Klang (Mantras), Alchemie, Astronomie, Astrologie und tantrische Philosophie.
Da hier das Tantra als Ritual näher betrachtet werden soll, lassen wir Astronomie und Astrologie sowie die Philosophie außer Acht.
Wichtig jedoch werden Alchemie, Klang und Symbolik sein, um letztendlich die Vorgänge beim tantrischen "Ritual" verstehen zu können.
Doch das machen wir in der Fortsetzung...
...demnächst.....
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Aw: TANTRA - Der ALL-umfassende Weg 14.10.2009 19:36
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Fortsetzung von oben
Tantrische Umgebung
Nun, das Wort "Umgebung" mag hier nicht ganz glücklich gewählt sein, doch „Atmosphäre“ träfe es auch nicht wirklich.
Grundsätzlich kann man Tantra in jeder Umgebung praktizieren. Das es nicht unbedingt für die Sonntag-Nachmittage im Stadtgarten oder beim Tee bei Schwiegermama angebracht ist, versteht sich von selbst.
Was aber ist dann „Umgebung“?
Hierunter versteht man die Einführung der Aspiranten in den tantrischen Weg. Da es leider sehr irrige Ansichten über Tantra gibt und viele Menschen den Einstieg auch machen möchten, ohne vorher eine Yoga Praxis erfahren zu haben, muß man etwas weiter ausholen.
Dazu gilt es, unsere Vorstellungen etwas zu ändern. Als Einführung hierzu mag ein Ausschnitt aus dem Tao-Te-Ging dienen:
Hohe Tugend ist nicht tugendbewusst,
darum ist sie wahre Tugend.
Niedere Tugend ist tugendbewusst,
darum ist sie nicht wahre Tugend.
Hohe Tugend ist ein Nicht-Tun,
sie tut stets ohne Absicht.
Niedere Tugend ist ein Tun,
und tut dabei mit Absicht.
Hohe Menschlichkeit tut,
sie tut stets ohne Absicht.
Hohe Rechtschaffenheit tut
und tut dabei mit Absicht.
Hohe Moral tut,
und wenn man ihr nicht folgt,
so streckt sie den Arm aus und erzwingt es.
Also:
Geht das Tao verloren,
bleibt danach Tugend.
Geht die Tugend verloren,
bleibt danach Menschlichkeit.
Geht die Menschlichkeit verloren,
bleibt danach Rechtschaffenheit.
Geht die Rechtschaffenheit verloren,
bleibt danach Moral.
Die Moral aber
Ist nur der äußere Schein von Treue und Glauben
Und der Verwirrung Beginn.
Äußerliches Wissen ist nur eine welke Blüte des Tao
Und aller Torheit Anfang.
Deshalb der wahrhaft Große:
Er verweilt bei innerer Fülle
Und nicht beim äußeren Schein.
Er hängt nicht an der Hülle
Und lebt nur aus dem Sein.
Darum:
Das eine lass – das andere erfass!
Dazu unterteilen wir nun die „Schaffung der Umgebung:“
Hindernisse
Es gibt generell auf dem spirituellen Pfad u.a. folgende Hindernisse: falsche Scham, Anhaftung an Menschen, Dinge, Meinungen und Wünsche, falsches EGO, falsche Liebe, Rechtschaffenheit, Tugend und viele mehr.
Für uns von besonderem Interesse sei aber die Scham und die Anhaftung.
Wozu ist Scham gut?
Nun, hier hat jede Religion ihr eigenes Verständnis.
In Wirklichkeit ist Scham spirituell gesehen zu nichts gut.
Menschliche Scham dient der Unterdrückung und Steuerung der Menschen. Solange die Menschen Kleidung tragen, gibt es Unterschiede zwischen ihm und mir, zwischen ihr und mir. Glaubt Ihr nicht?
Beobachtet einmal das Phänomen der Nacktkultur in gewissen Ländern: Wirtschaftlich schlecht gehende Länder nicht-islamischer Kultur tendieren zu einer schamlosen nackten Offenheit. Aber auch kalte Länder wie Island, Schweden, Norwegen oder Russland – je nach dem in größerem oder kleinerem Kreis.
Warum war wohl die DDR so ein Nacktparadies?
Warum nimmt seit Jahren das FKK Baden und saunieren in der BRD enorm zu?
Und warum ist in US-amerikanischen Filmen eine Tendenz zu vulgärer Sprache und Nacktheit seit mehreren Jahren erkennbar?
Nacktheit ist auch eine Form der Auflehnung...denn sie suggeriert zumindest für kurze Zeit die Gleichheit aller Menschen.
Wer nackt unter Nackten ist, der erkennt, daß nicht nur er/sie etwas mollig ist, hier und da eine Hautfalte zuviel hat, hier oder dort etwas mehr oder weniger hat...
Kurz: Das es viele Menschen wie Dich und mich gibt...
„Ich“ erkenne „mich“ als Teil des Ganzen...
Darum gilt es gleich zu Anfangs, den Aspiranten auf dem Pfad zu lehren, daß wir alle gleich sind – bei aller Individualität. Tantrische Unterweisung findet daher fast immer von Anfang an ganz nackt statt. Gleich unter Allen und doch „man“ selbst.
Eine der wichtigsten Gründe dabei liegt aber auch noch darin, daß die Aspiranten wieder lernen müssen, alle körperlichen Vorgänge als normal zu erachten – alle!
Für die Alchemie des Körpers ist dies später besonders wichtig.
Doch zuvor eine kleine Fortsetzung....
Gleich unten.....
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Aw: TANTRA - Der ALL-umfassende Weg 14.10.2009 19:46
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Fortsetzung... von oben....
Anhaftungen
...an Menschen:
Eine Kernaussage menschlicher Liebe ist es, zu meinen, diese oder jener sei „mein“ Partner.
Welches Recht habe ich dazu?
War er/sie früher vielleicht nicht mein Vater, meine Tante oder meine Schwester? Wer ist sich hier sicher?
Was ist „mein?“
Es ist dies ein Punkt, der zwar theoretisch bei westlichen Einweihungen gelehrt wird, jedoch nicht gehandhabt wird.
....an Dingen:
Unter Dingen versteht man hier auch gewisse Praktiken oder Techniken, seien sie yogisch oder sexuell. Offenheit auch in Bezug auf das „probieren“ ist hier verlangt, ein Vertrauen ähnlich dem Vertrauen, wenn ich beginne, Pranayama Übungen zu machen.
...an Meinungen:
Es ist nie gut, an einer Meinung festzuhalten. Weder an seiner, noch an der des Meisters!
Teil der tantrischen Philosophie ist es, den Aspiranten zu lehren, daß nur etwas angenommen werden darf, wenn man es erlebt hat.
Für die meisten Aspiranten stellt es dabei ein großes Problem dar, sich von ihrer Meinung zu Liebe und Mitleid zu trennen. Denn die spirituelle Realität hat eine ganz andere Tiefe in ihrer Bedeutung.
...an Wünschen:
Es ist legitim, um gewisse Reizungen zu spüren, sich in (eine gewisse) Wunschvorstellung zu begeben. Solange ich diese Vorstellung nur als „Film“ ohne emotionelle Anhaftung ablaufen lasse, solange ist es unproblematisch. Doch sobald eine emotionale Anhaftung entsteht, sieht es anders aus.
Lasst mich dazu ein Beispiel anführen:
Jemand stellt sich (um in Stimmung zu kommen [Gründe dafür werden weiter unten aufgeführt]) eine Szene mit seiner lieben Frau vor. Er hat diese schon oft erlebt, trotzdem ist es für ihn eine schöne Vorstellung. Doch er haftet insofern nicht an dieser Vorstellung, indem er sie (in der Vergangenheit) sich schöner vorstellen würde und er haftet nicht daran, daß er diese Vorstellung (in der Zukunft) gerne anders hätte als bisher.
Jetzt aber andersherum: Seine Frau hat ihn verlassen. Er stellt sich jedoch eine Szene mit ihr immer wieder und wieder vor, dabei erlebt er vielleicht Trauer, Scham, Erniedrigung, Freude oder sogar Haß. Da der Vorstellende hier bei jeder seiner Vorstellungen aber mit Emotionen arbeitet, schafft er Wunschkarma, welches sich so oder so einmal erfüllen muß!
Darum arbeitet der Tantra hier etwas anders.
Stimulierung sollte nur durch die Ansicht in der Gruppe und durch die Gruppe (und doch jeder für sich) vorgenommen werden.
So werden in der Regel alle Emotionen auch sofort umgesetzt, sprich gelebt.
Die „Schwingung des Klanges“
Nun, in einem Yoga-Forum dürfte es sich erübrigen, über Mantren und den kosmischen Urlaut OM noch ein Wort zu verlieren.
Doch schauen wir doch gemeinsam einmal hinter die „Klänge“ bzw. tief in sie hinein.
Aus Sicht der wahren Meister besteht das Universum aus Klang. Allein in uns können wir zehn Grundtöne – Variationen des OM – wahrnehmen, sofern wir „reif“ dafür sind.
„Reif“ dazu sind wir, wenn wir die atemlose Stille erreichen.
Bis dahin kann jeder zumindest ein bis drei dieser Töne hören!
Dieses „Klang-Universum“ beinhaltet verschiedene Dimensionen. Viele Esoteriker bezeichnen diese auch als „Welten“. Egal welcher Ausdruck – es mag das gleiche sein. Denn diese Dimensionen/Welten unterscheiden sich in ihrem Klang – und somit in ihrer Schwingung. Die Gesetzmäßigkeit –ob Klang, ob Schwingung – ist dabei ebenfalls die gleiche. Nur das Schwingung in Wellenlängen gemessen wird und Klang in Zyklen/Sec..
Wenn aber Klang und Schwingung eins sind – dann muß folglich auch die Schwingung den menschlichen Körper ebenso durchdringen wie der Klang.
Sie werden eben nur unterschiedlich erfahren.
Und wenn Schwingung sich wie der Klang aufbaut, so muß dem eine Gesetzmäßigkeit wie bei einer Tonleiter zugrunde liegen.
Und das tut es.
So wie sich die Oktaven eines Musikstückes durchdringen/überlagern, so überlagern/durchdringen sich die verschiedenen Dimensionen.
Und das bedeutet?
Das bedeutet, wo immer sich der Mensch auch befindet – alle Dimensionen durchdringen ihn!
Daher kommt es, daß man mit „Klang“ sowohl heilen als auch töten kann!
Jedes Lebewesen hat eine bestimmte Frequenz: Viren, Bakterien, Pilze, jede Pflanze, jedes Tier und – der Mensch!
Im Tantra wird gerade auf dieser Klanglehre der Mantren aufgebaut, um den Körper in einen anderen „Bereich“ zu heben. Ähnlich wie das Mantra den Meditierenden unterstützt, so aktiviert es beim Tantrika Energien, welche ansonsten nur durch sexuellen Erleben für einen kurzen Moment ausgelöst wurden.
Hierzu stehen verschiedene Mantren zur Verfügung. Diese kann man nicht verallgemeinern, denn sie müssen auf den jeweiligen Aspiranten angepasst sein. Dabei macht es auch einen Unterschied, ob alleine oder als Paar der tantrische „Ritus“ ausgeübt wird.
Zur Umsetzung kommen wir weiter unten....
..und in einer Fortsetzung...
....demnächst...
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Aw: TANTRA - Der ALL-umfassende Weg 14.10.2009 22:19
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Hallo Woherwig
Deine Erklärungen zum Tantra finde ich sehr intressant.
Worin unterscheidet sich denn nun Hatha bzw. Raja Yoga vom Tantra Yoga?
Wenn ich richtig gelesen habe ist ja Tantra was ganz anderes als es meist verkauft wird, frei nach dem Motto Sex sells  auch auf dem Esoterik Markt.
LG
Sarah
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Aw: TANTRA - Der ALL-umfassende Weg 15.10.2009 13:44
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Hallo Sarah,
tja...worin liegt der Unterschied?
Vor allem eben in der Praxis, wie man später noch sehen wird. Dann wird der Unterschied sogar recht deutlich!
Beim Hatha Yoga liegt der Schwerpunkt auf Asanas - je nach Teilnehmerfeld unterschiedlich. Es gibt (leider) viele Hatha-Yoga Kurse, welche keinerlei Pranayama, Mudras oder kleine Meditationen lehren.
Und glaubt man den diversen Yoga Zeitungen, so sind solche "Schulen" in der Zunahme begriffen, welche reine Gymnastik oder Boudywork mit Yoga Asanas mischen und dies als neuen "Stil" verkaufen.
Arme Welt...
Raja Yoga ist sozusagen der Königs-Yoga, also eine als sehr hoch stehende Yogarichtung.
Raja Yoga ist gesamtheitlich, der Schwerpunkt (sollte liegen) liegt auf der Meditation und Visualisation.
Leider ist auch der Raja Yoga im Westen gewissen Modeerscheinungen erlegen - wie im übrigen der Tantra.
Vielleicht wichtig zu wissen ist, daß sich aus dem Raja Yoga der eigentliche Kriya Yoga herausentwickelt hat: Beide Richtungen sind an sich identisch, nur das im Kriya Yoga der Schwerpunkt auf den Kriya-Übungen liegt.
Vergleichbar wären die beiden Wege mit zwei christlichen Mönchsorden:
der eine Orden versucht Gott im Gebet zu erreichen,
der andere Orden durch Arbeit.
Sollte jetzt noch ein dritter Orden dazukommen, welcher sich Nonnen einlädt, dann sind wir beim Tantra!
Und ja - Sex sells überall und immer!
Man muß aber auch sehen, daß Osho (Baghwan) wesentlich daran beteiligt war, den Sex-Aspekt in den Vordergrund zu stellen. Für die damalige Zeit vielleicht nicht das Schlechteste - denn die damalige Generation war eben weniger mystisch vertieft als es die heutige ist (die heutigen sind).
Und da selten etwas wirklich mit Zufall zu tun hat - wer weiß, wozu es gut war?
Viel Spaß beim weiterlesen und liebe Grüße wünscht
Woherwig
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